| An Bord zweier
Forschungsschiffe waren die Biologen fast 3.500 Kilometer von
Yichang in der Nähe des Drei-Schluchten-Staudamms bis nach
Shanghai in das Jangtse-Delta und wieder zurück gereist.
Dabei setzten sie neben Spektiven und
Hochleistungsferngläsern auch Unterwasser-Mikrofone für Ihre
Suche ein. "Es ist
möglich, dass wir vielleicht ein oder zwei Delphine übersehen
haben," sagte August Pfluger, Vorsitzender der Schweizer
Baiji.org-Stiftung und Mitinitiator der Expedition. "Doch
selbst wenn dies so sein sollte, so haben diese Tiere keine
Chance, sich fortzupflanzen und so die Art zu erhalten. Wir
müssen akzeptieren, dass der Baiji-Delphin praktisch
ausgestorben ist. Das ist eine Tragödie und ein Verlust nicht
nur für China, sondern für die ganze Welt," erklärte
Pfluger am Mittwoch in Wuhan.
Die Suche nach den letzten
Exemplaren dieser Art war vom chinesischen
Landwirtschaftsministerium geleitet worden. Beteiligt waren
unter anderem Wissenschaftler vom Schweizer
Wasserforschungsinstitut (Eawag), der amerikanischen
"National Oceanic and Atmospheric Administration" (NOAA),
des Hubbs-Seaworld Instituts in San Diego sowie der
japanischen Behörde für Fischerei & Forschung.
Am tragischen Schicksal des
Baiji-Delphins trägt wohl allein der Mensch Schuld. Die
Ausrottung des aquatischen Säugers geht auf die Zerstörung
seines Lebensraumes, die illegale Fischerei und
Schiffskollisionen zurück. In China als "Gott des Jangtse"
betrachtet, war der 20 Millionen Jahre alte Baiji zuletzt eine
der ältesten noch lebenden Tierarten auf der Erde. Anfang der
80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts lebten im Jangtse noch
über 400 Baiji-Delfine. Schnell aber wurde der Flussdelphin
Opfer von Chinas rapide wachsender Wirtschaft. Die letzte
bestätigte Sichtung eines Tieres gab es im September 2004.
QiQi, ein Delfinmännchen, das 1980 gerettet wurde, starb im
Juli 2002 im Institut für Hydrobiologie in Wuhan.
Der Baiji war jahrelang
Gegenstand erhitzter Debatten zwischen chinesischen und
westlichen Wissenschaftlern. Insbesondere nach 1990 gab es
heftige Diskussionen um mögliche Schutzmaßnahmen zur Rettung
des Flussdelphins. "Nun müssen wir nicht mehr
diskutieren. Wir haben das Rennen verloren. Den Baiji gibt es
nicht mehr," so August Pflugers ernüchternde
Bilanz.
Links: – Schweizer
Baiji.org-Stiftung – Hubbs
Seaworld Research Institute – Japanese
Fisheries Research Agency – Schweizer
Wasserforschungsinstitut – Chinese
Institute for Hydrobiology – National
Oceanic & Atmospheric Administration
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 Der Baiji
- kennzeichnendes Merkmal war seine lange, schlanke Schnauze
und die hohe Stirm.
© baiji.org
 Expedition
auf dem Jangtse – 3.500 Kilometer lange Suche nach
Überlebenden © baiji.org
 Dr.
Brent Stewart from Hubbs Seaworld Institut in Amerika war
einer der zahlreichen Experten an
Bord.
© baiji.org
 Der
Jangtse: ehemaliger Lebensraum des Baiji-Flussdelfins
© baiji.org
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