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Moby
Dick Nr. 2
Um
das Meer und seine Bewohner ranken sich seit jeher zahlreiche
Mythen und fabelhafte Geschichten. Besonders in Romanform
gelangten im Laufe der Zeit einzelne Arten oder Tiere zu
Weltruhm. Zu ihnen gehören ohne Zweifel die Meeressäuger und
hier speziell Moby Dick – der Pottwal, der Kapitän Ahab in
Herman Melvilles Novelle „The Whale“ das Leben schwer
macht.
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 Migaloo,
der weiße Wal ©
Dan Burn
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Eine
Besonderheit von Moby Dick ist seine Farbe. Als weißer Pottwal ist
er eine Laune der Natur, die es in dieser Form unter den Großwalen
nur selten gibt. In keinem Fall ist sie aber eine reine Erfindung
von Herman Melville. Entweder waren es Erzählungen oder sogar
eigene Beobachtungen, die den Seemann und Erzähler dazu verleitet
haben, Moby Dick als weißen Vertreter seiner Spezies durch die
Weltmeere schwimmen zu lassen.
Auch
heute gibt es noch „farblose“ Wale. Vielfach gehen Berichte darüber
auf einzelne
Beobachtungen von Seeleuten zurück. In einem Fall aber haben
australische Meeresbiologen der Southern Cross University
in Lismore das Glück, einen weißen Wal quasi vor der Haustür zu
haben. Fast jedes Jahr begegnet ihnen bei ihrer Forschungstätigkeit
Migaloo, der weiße Buckelwal. Bei seinen saisonalen Wanderungen
pendelt Migaloo zwischen den antarktischen Gewässern und Australien
hin und her. 2004 gelang es der Meeresbiologin Megan Anderson, auch
das Geschlecht des Albino-Wales zu bestimmen. Buckelwale verlieren nämlich
beim Aufschlag ihres Körpers auf die Wasseroberfläche regelmäßig
Hautfetzen. Diese eignen sich hervorragend für DNA-Analysen, mit
deren Hilfe Migaloo schließlich als Männchen identifiziert werden
konnte.
„Anhand
der DNA-Proben konnten wir auch klären, inwieweit dieses Tier mit
den anderen Buckelwalen der regionalen Population verwandt ist und
welche Art von Albino wir vor uns haben,“ erläutert Professor
Peter Harrison, Leiter der Meeressäugerforschungsgruppe. „Wir können
Migaloo dabei mit 1500 weiteren DNA-Proben vergleichen, die wir
bereits gesammelt haben,“ ergänzt seine Doktorandin Megan.
Erstmals
auf sich aufmerksam machte Migaloo 1991. Auf seiner Nord-Süd-Wanderung
entlang der australischen Ostküste wurde er damals von
Wissenschaftlern der Australian Whale Conservation Society
entdeckt. Seitdem zeigt er sich mal in kürzeren und mal in längeren
Abständen den interessierten Forschern. Professor Harrison nimmt
an, dass der 13 Meter lange Wal mittlerweile etwa 19 Jahre alt ist.
Migaloo wurde auch schon in Begleitung eines Weibchens und eines
Jungtieres gesehen. Weiß macht unter Walen also offensichtlich
nicht unattraktiv. Migaloo darf sich sowieso als etwas sehr
Besonderes betrachten. Er ist der einzige weiße Buckelwal, der
jemals gesehen und beschrieben wurde.
Quelle:
The
Southern Cross University Whale Research Centre |