| Steller-Seelöwen
siegen bei Rechtsstreit über Alaska´s Fischerei
ANCHORAGE, Alaska (Reuters) - Die
Fischerei-Industrie Alaskas sieht sich zunehmenden Fangrestriktionen
gegenüber, nachdem ein Gericht festgestellt hatte, daß nicht genug
für den Schutz von Seelöwen getan werde.
Umweltschützer sagten nach dem Gerichtsbeschluß
voraus, daß es zu entscheidenden Einschneidungen in der mehrere
Millionen Dollar schweren Pollockfischerei in der Bering See kommen
werde, wenn sich der dramatische Rückgang der Steller Seelöwen
nicht weiter fortsetzen soll.
Peter van Tuyn, einer der Anwälte der Umweltschützer, sagte, daß
die nationale Fischereibehörde "National Marine Fisheries
Service, NMFS" nicht genug für den Seelöwenschutz getan habe,
und er nun einem Wandel zu einer umweltverträglicheren Fischerei
entgegensehe.
Ein Bundesrichter hatte am 9. Juli in Seattle verkündet, daß die
Regulierungsbehörden für die Robben keine ausreichenden
Schutzmaßnahmen verfügt hätten. Er ordnete für die
Fischerei in der Bering See - dem größten kommerziellen
Fanggebiet des Landes - eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung
an.
Richter Thomas Zilly bestätigte damit eine Klage
von Umweltschützern, die der NMFS vorwarfen, ihrer Verpflichtung
zum Schutz bedrohter Tierarten entsprechend dem "Endangered
Species Act" und dem "National Environmental Policy Act"
nicht nachzukommen.
Die Steller-Seelöwen vor West-Alaska wurden 1990 als bedroht und
1997 als gefährdet eingestuft. In den letzten zwei Jahrzehnten hat
ihre Population um über 80% abgenommen.Wissenschaftler glauben,
daß die Seelöwen, die mit der Fischerei vor allem um den Köhler
oder Pollock genannten Fisch konkurrieren, vor dem Aussterben
stehen.
Die Schutzmaßnahmen, die die NMFS Ende 1998 verfügte, haben sich
mehr an den Wünschen der Industrie als am ernsthaften Schutz einer
Meeressäugerart orientiert, schrieb Richter Zilly in seiner
43-seitigen Verfügung.
"Im vorliegenden Fall hat die NMFS Management-Maßnahmen
beschlossen, die so wenig wie möglich Auswirkungen auf die
Fischerei haben sollte. Sie hat dabei explizit nicht beachtet,
welche Konsequenzen die geänderten Maßnahmen für die
Steller-Seelöwen haben würde," so der Richter.
Anwalt van Tuyn sagte, daß die
höchstrichterliche Entscheidung den Vorwurf des Mißmanagements auf
Seiten der NMFS bestätigt habe. "Die Behörde hat sich
hauptsächlich darüber Gedanken gemacht, wie die 650
Millionen-Dollar-Fischerei ihren Status Quo halten könne,"
meinte van Tuyn.
Ein offizieller Sprecher der Fischerei-Industrie
bezweifelte jedoch, daß die richterliche Verfügung drastische
Änderungen für die Fischereiwirtschaft bedeuten würde. "Er
hat nicht gesagt, daß es keine Fischerei mehr geben wird,"
sagte Paul Mc Gregor, Vertreter der Vereinigung für die "Auf-See-Verarbeitung
von Fisch" in Seattle. "Ein totaler Fangstop ist
unwahrscheinlich. Ich kann nicht glauben, daß das von jemandem
überhaupt nur angedacht wird. Das ist absolut unrealistisch,"
so Mc Gregor weiter.
Was die NMFS jetzt unternehmen wird, weiß auch der Koordinator für
den Seelöwenschutz, Tim Ragen, nicht. "Es werden Gespräche
geführt werden, innerhalb derer man überlegen muß, wie nun mit
dem richterlichen Spruch umzugehen ist. Wir werden uns zusammen mit
der Industrie und den Klägern überlegen, wie auch die Fischerei
bei der ganzen Geschichte einen Schritt vorwärts kommt."
copyright 1999 REUTERS |
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Seelöwen an Alaskas
Felsküste
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Am Pollock oder Steinköhler sind
sowohl die Seelöwen als auch die Hochseefischer
interessiert. |
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Ein junger Seelöwe
ruht sich aus |
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