Weltweite
Robbenjagd
Russland intensiviert Robbenjagd
Das russische Büro des International Fund for
Animal Welfare (IFAW) gab diese Woche bekannt, dass Russland
die Jahresfangquote 2001 für neugeborene Sattelrobben auf
76.000 Tiere festgesetzt hat. Masha Vorontsova, Direktorin von IFAW
Russland teilte mit, dass die Tiere seit dem 28. Februar wieder
ausschließlich wegen ihres als Lanugo bekannten Jungtierfelles
gejagt und getötet werden. Tausende von neugeborenen Robben werden
auch zunächst erst in große Farmen verbracht, bis ihr Fell seine
beste Qualität für den Pelzmarkt erreicht hat. Danach werden sie
getötet. "Wir sind bestürzt über die Höhe der Fangquote und
ebenso über die immer noch barbarischen Tötungsmethoden der Jäger
und Fänger," sagte Vorontsova in einem Interview. Die
Organisation IFAW ruft weltweit zu Protesten gegen das
Robbenschlachten auf. Für genauere Informationen: mvorontsova@ifaw.org
.
Norwegens Robbenjäger wieder unterwegs
Auch norwegische Jäger sind wieder auf Robbenjagd.
Wie die norwegische Fischereibehörde offiziell mitteilte, dürfen
zwischen dem 22. März und 10. Juli 10.300 Klappmützen (Cystophora
cristatus) getötet werden. Im Zeitraum vom 23. März bis 20. April
wurden bereits 20.000 Sattelrobben getötet. Die norwegische
Regierung legitimiert die Jagd durch traditionelle Hintergründe,
Ziel ist aber auch hier der Gewinn hochwertiger Felle für den
nationalen und internationalen Pelzmarkt. Nebenbei erzielen
die Penisse der Robben auf dem asiatischen Markt als Aphrodisiakum
hohe Preise.
Millionen Robbenpelze in Kanada verschwunden
Eine Anfrage der Tierschutzorganisation International
Fund for Animal Welfare (IFAW) bei der kanadischen
Fischereibehörde sorgt für Unruhe bei den kanadischen Verfechtern
der Robbenjagd. IFAW verlangt eine offizielle Untersuchung
scheinbarer Diskrepanzen zwischen der Anzahl getöteter Klappmützen
und Sattelrobben und der Anzahl exportierter Pelze. Hintergrund ist
ein Untersuchungsbericht der International Marine Mammal
Association (IMMA), in die kanadische Handelsstatistike genauer
analysiert worden war. Die Untersuchung ergab, dass Kanada nur 51%
der Pelze von über 2 Millionen im Zeitraum 1982 - 1999 getöteten
Robben exportiert hat. Der Verbleib der übrigen Pelze ist
unbekannt. IFAW vermutet nun, dass in Wahrheit kein kommerzieller
Markt für die große Anzahl an Fellen besteht und kanadische Jäger
die Robben nur getötet haben, um dafür gewährte Zuschüsse von
der Regierung zu kassieren. Damit würde auch gezeigt, dass der
Fellhandel tatsächlich nur einen geringen ökonomischen Wert für
Kanadas Wirtschaft hätte. Weitere Informationen bei info@ifaw.org
. Kopien des Untersuchungsberichtes "Canadian seal pelt
imports and exports, 1982-1999" können direkt von der
Autorin Janice Hannah erhalten werden: jhannah@imma.org
.
300 Tonnen Robbenöl für China
Das kanadische Unternehmenskonsortium TAMASU hat
einen Vertrag mit China unterschrieben, in dem es das Öl von 30.000
Sattelrobben (300 Tonnen) an diesen asiatischen Teilmarkt verkauft.
Das erst seit einem Jahr bestehende Konsortium verkauft auch andere
Robbenprodukte wie Fleisch, Felle und Häute. Das aus der
Blubberschicht der Robben stammende Öl wird von dem zweiten
Konsortiumsunternehmen Madelipêche produziert. Dabei wird mit Hilfe
deutscher Maschinen das Robbenfett nach dem Olivenöl-Verfahren kalt
gepresst.
TAMASU, das im letzten Jahr Subventionen in Höhe von
CAN$ 800.000 von der kanadischen Regierung erhalten hat, ist auch
auf dem Ledermarkt aktiv. In Kooperation mit zwei Unternehmen aus
Quebec sollen zukünftig Stühle, Sessel und weitere Möbel mit
Robbenleder bezogen werden. Da das Robbenfleischgeschäft mit China
nicht so gut läuft, möchte TAMASU ab dem nächsten Jahr auch auf
dem koreanischen und japanischen Markt nach Absatzmöglichkeiten
suchen.
Hier wird gejagt:
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Die drei Nationen Russland,
Norwegen und Kanada sind weltweit führend in der Robbenjagd.
Diesen traurigen Rekord erzielen sie vor allem in den auf der
nebenstehenden Karte grün markierten Aufenthaltsgebieten der
Robben:
Russland: White Sea
Norwegen: West Ice
Kanada: Northwest Atlantic Front
& Gulf
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