| Delphine
im Manöver
Im Rahmen des Nato-Manövers "Blue Game"
sind vergangene Woche vier U.S.-Navy-Delphine mit einem
Spezialflugzeug nach Hamburg und weiter zur Ostsee bei Eckernförde
gebracht worden. Dort stellen die intelligenten Meeressäuger ihre
Fähigkeiten im Aufspüren von Minen und Unterwassersprengkörpern
unter Beweis.
Eckernförde, 15.05.00 - Die amerikanische
Elitetruppe "Special Forces" aus San Diego, Kalifornien
besteht aus durchtrainierten und hoch ausgebildeten Spezialisten der
Marine. Im Kampfeinsatz übernehmen sie Aufgaben, die die
Möglichkeiten anderer Militäreinheiten übersteigen. Vier
Mitglieder dieser Spezialeinheit unterscheiden sich jedoch
grundlegend von ihren Kollegen. Es handelt sich bei ihnen um
Tümmler, die Aufgaben übernehmen können, an denen sogar die
Elitetruppe der Navy Seals scheitert.
Zusammen mit knapp 100 Kampfschwimmern und
Marinetauchern aus Kanada, Belgien, Großbritannien, den
Niederlanden, Frankreich, Dänemark und schließlich Deutschland
zeigen die Delphine in der Ostsee ihre Qualitäten. Dazu gehört vor
allem das Auffinden von Minen und anderen Unterwassersprengkörpern.
Darüber hinaus verfügen sie aber noch über eine Reihe weiterer
Fähigkeiten. Die Tiere können Gegenstände und Informationen zu
Unterwasserstationen in großen Tiefen transportieren. Sie suchen
und spüren verlorene Gegenstände auf und überwachen militärische
Hafenanlagen mit Hilfe ihres Sonars auf das Eindringen feindlicher
Taucher.
Den Vorwurf, die Tiere würden auch als
Bombenträger eingesetzt, weisen sowohl die U.S.-Navy als auch das
russische Militär zurück. Die Russen haben ebenfalls über
Jahrzehnte hinweg mit trainierten Delphinen gearbeitet und sie in
Gewässern auf der Krim für verschiedene Aufgaben trainiert. Daß
der Einsatz von Delphinen als Killer auch nicht möglich ist, zeigte
ein Video von Wissenschaftlern der U.S.-Navy auf einer
internationalen Meeressäugerkonferenz vor zwei Jahren in Monaco.
Bei dem Versuch, Gegenstände an gegnerischen Booten zu applizieren,
kehrten die Delphine in einigen Fällen auch zu den Wissenschaftlern
zurück und legten die Attrappen auf eigenen Schlauchbooten ab.
Selbst wenn dies nur einmal innerhalb von hundert Versuchen
passierte - im Ernstfall wären die Männer der eigenen Truppe
unweigerlich eliminiert worden. Ein Risiko, das sich die Navy nicht
leisten kann und der Beweis dafür, daß die Delphine letztendlich
keine willenlosen und ferngesteuerten Wesen
sind.
In den Vereinigten Staaten wurden Meeressäuger
Anfang der 60er Jahre zum ersten mal in Navy-Programme integriert.
Nach ersten Erfolgen mit trainierten Delphinen gesellten sich ab
1975 auch Seelöwen und Belugas dazu. Der Vorteil der Belugas
besteht darin, daß sie in kälteren und tieferen Gewässern
eingesetzt werden können, als die Seelöwen und Delphine. Das
Delphinprogramm erreichte schließlich in den 80er Jahren seinen
Höhepunkt mit einer Delphingruppe von mehr als hundert Tieren. Im
persischen Golf schützten von 1986 bis 1988 sechs
Navy-Delphine die U.S.-Kampfschiffe im Hafen von Bahrein vor
Anschlägen feindlicher Kampfschwimmer und Marinetaucher. Mit Ende
des kalten Krieges wurden die finanziellen Mittel für das
Delphinprogramm jedoch drastisch gekürzt. 1992 wurden 30 Delphine
aus ihrem Militärdienst entlassen. Einige der Tiere gelangten
anschließend in Auswilderungsprogramme. Auch die Russen entließen
ihre Meeressäuger und stellten sie zum Teil für Delphintherapien
zur Verfügung.
Für die vier Delphine in Eckernförde war es
bereits der zweiter Einsatz in der Ostsee. 1998 wurde ein ähnliches
Manöver schon vor der Küste Litauens durchgeführt. Als
Weltenbummler haben die vier Delphine auch schon das Mittelmeer und
den Persischen Golf kennengelernt. Ende dieser Woche werden sie
schließlich wieder mit Hilfe eines Spezialflugzeuges in die Staaten
zurückgebracht. |
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Neugierig und intelligent, diese Eigenschaften von Delphinen
macht sich auch das amerikanische Militär zu Nutze.
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Navy Seals - die Elitetruppe des amerikanischen Miltärs
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Auch Seelöwen gehören zur tierischen Truppe der
"Special Forces"
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