Die Waljagd hat begonnen

Indianer eröffnen 10-tägige Jagd

SEATTLE, 10. Mai, 2000  -- Mit Harpunen und schweren Gewehren bewaffnet sind Mitglieder der Makah Indianer am heutigen Tag mit ihren Booten auf den Pazifik hinausgefahren. Sie wollen nach nun mehr 70 Jahren zum ersten Mal wieder vor der Küste Seattles Killerwale jagen.

Denise Delay von der Makah Walkommission sagte, daß die Stammesältesten eine Genehmigung erhalten hätten, die dem Stamm für 10 Tage die Jagd auf Wale erlaubt. Die Wale ziehen gerade auf ihrer Wanderung nach Norden am Reservat der Indianer vorbei, das am nordwestlichsten Punkt des amerikanischen Bundesstaates Washington liegt. Ein Motorboot mit selbsternannten "militanten" Umweltschützern wurde von der Küstenwache daran gehindert, die Jagd zu stören. "Wir haben die Mitteilung bekommen, daß die Umweltschützer Waffen auf die Indianer gerichtet haben", sagte Officer Shelly Freier, "Die Boote wurden von Schiffen der Küstenwache zur Neah Bay - dem Stützpunkt der Walfänger und der Umweltschützer - zurück eskortiert".

 

 

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Zusammenfassung

Der Stamm der Makah-Indianer möchte eine alte Tradition wieder aufleben lassen, und nach 70 Jahren wieder Walfang betreiben

Die Rückkehr der Tradition

Die Internationale Walfangkommission hat 1997 den Vereinigten Staaten eine Fangquote zugesichert, die den Makahs erlaubte, über einen Zeitraum von fünf Jahren 20 Wale zu fangen. Der relativ kleine Indianderstamm hatte 1920 mit dem Walfang aufgehört, betonte aber, niemals auf die Rechte an der Jagd der bis zu 50-Tonnen schweren Tiere verzichtet zu haben. Nun soll der Walfang aus vornehmlich kulturellen Gründen wieder aufgenommen werden.

Während die amerikanischen Indianer in Alaska und Kanada schon immer Wale jagen durften, sind Umwelt- und Naturschützer strikt gegen eine Fanggenehmigung für den Stamm im Staate Washington. Ihrer Meinung nach wollen die Makah-Indianer in den kommerziellen Walfang einsteigen, was aber von den Stammesoffiziellen bestritten wird.

 
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Walfang im Herbst 1998 abgebrochen

Schon im letzten Herbst hatten sich zahlreiche Reporter und Tierschützer auf den Weg zur Neah Bay gemacht, da der Beginn der Fangaktionen für diesen Zeitpunkt angekündigt war. Verschiedene Gründe, unter anderem schlechte Wetterbedingungen, haben die Indianer jedoch davon abgehalten, überhaupt einen Fangversuch zu starten. Doch bei nun besseren Wetterbedingungen und im Hinblick auf den nahenden Höhepunkt der Frühjahrsmigration der Wale haben sich heute mehrere Indianer in einem traditionellen Kanu auf den offenen Ozean begeben. Begleitet wurden sie von einem Motorboot des Stammes. Jonathan Paul von der Meeresschutzorganisation "Sea Defense Alliance" sagte, daß zur Zeit viele Grauwale im Fanggebiet wären. Die Stammesoffiziellen ließen verlautbaren, daß die Indianer im Kanu zunächst eine Harpune auf die Tiere werfen wollten, um sie dann so "human wie möglich" mit einem Gewehr Kaliber .50 zu töten. Das motorisierte Begleitboot verfügt ebenfalls über eine Harpune und großkalibrige Gewehre.

Stammesführer sagten, daß man, wenn ein Wal gefangen werden würde, das Fleisch und den Blubber kostenlos an die Stammesmitglieder verteilen wolle.