Die sinnlose Jagd

Die Jagd auf Meeressäuger findet in einigen Ländern in immer größerem Umfang statt. Tradition und Wissenschaft dienen als fadenscheinige Argumente zumeist kommerzieller Interessen.

"Moby Dick" - jeder kennt ihn, den Roman von Herman Melville, in dem Kapitän Ahab sein Bein auf der Jagd nach dem größten aller Pottwale verliert. Über 150 Jahre ist es nun her, dass Melville sein Meisterstück der Weltliteratur schrieben. Heute verliert in dem Kampf Mensch gegen Wal nur noch einer: der Wal. Ob aus Tradition oder angeblich - wie Japan argumentiert - aus wissenschaftlichen Gründen, die tatsächliche Verwendung der heutzutage gefangenen Meeressäuger hat nur noch eines zum Ziel: Profit.   Auf asiatischen märkten lassen sich nicht nur für das Walfleisch horrende Preise erzielen. Auch der Penis von von Robben und Walen wird als Potenzmittel grammweise verkauft. Viele der weltweiten Meeressäugerpopulationen wurden so bis an den Rand des Aussterbens gebracht.

Selbst dort, wo Tradition als Legitimation angeführt wird, hat der Walfang als notwendige Nahrungsressource schon längst seine Funktion verloren. So wurden in den letzten knapp 300 Jahren von den Einwohnern der Faroer-Inseln über 250.000 Grindwale getötet. Alljährlich kommt es in den Buchten der Inseln zu blutigen Massakern, wenn die Faeroer ganze Walherden mit Schiffen zusammentreiben und dann wahllos mit Eisenstangen auf schwangere Weibchen, Jungtiere und Männchen einschlagen.

Ein nicht weniger grausames Bild liefern die Einwohner nordkanadischer Provinzen, wenn sie jedes Frühjahr gegen eine Lizenz von umgerechnet DM 50,- auf Robbenjagd gehen dürfen. Im Schnitt werden von der kanadischen Regierung pro Jahr 250.000 Sattelrobben zum Abschlachten freigegeben. Offizielle Begründung: sie gefährdeten den Bestand der kommerziell interessanten Fischarten und müssten deswegen in ihrer Populationsentwicklung reguliert werden.

Im Norden Washingtons versucht ein kleiner Stamm von Indianern ihr Recht auf den traditionellen Walfang zurückzuerlangen. Ein Recht, das die Makahs seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr in Anspruch genommen haben und welches vor dem Hintergrund durchgesetzt werden soll, dass mittlerweile keiner mehr die überlieferten Walfangkenntnisse und damit den Walfang beherrscht.

Reglementierungen der Internationalen Walfangkommission (IWC) helfen wenig, da sie nicht bindend für die Nicht-Mitglieder in der IWC sind. So werden auch weiterhin weltweit sowohl Robben als auch Wale gejagt, ohne Rücksicht auf deren Bestände. 

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Eine Pelzrobbenweibchen an dem Ort, an dem ihr Jungtier wegen seines Pelzes getötet wurde.