Letztes Aufzuchtgebiet der Pazifischen Grauwale in Gefahr

Baja California, Mexiko - Salz gegen Wale, die Industrie gegen ein Weltnaturerbe. Wissenschaftler äußern sich besorgt über die Entwicklung in der Baja California.

Vierunddreißig der weltweit renommiertesten Wissenschaftler, unter ihnen Nobelpreisträger und weitere hochausgezeichnete Forscher, haben sich gegen die Pläne des Mitsubishi-Konzerns ausgesprochen, in der Baja California, Mexiko eine Salzgewinnungsanlage zu errichten. In der Lagune San Ignacio, einer 1993 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärten Naturregion, plant Mitsubishi die Einrichtung großflächiger Salzgewinnungsfelder und den Bau einer Salzgewinnungsanlage. San Ignacio ist die letzte ursprüngliche und unberührte Geburtslagune für die Pazifischen Grauwale und beherbergt eine Vielzahl weiterer vom Aussterben bedrohter Pflanzen- und Tierarten.

Die Absicht Mitsubishis, pro Sekunde (!) über 20000 Liter Salzwasser aus der Lagune zu pumpen und über 116 Quadratmeilen Verdunstungspoole auf Land damit zu fluten, bedeutet für die Wissenschaftler ein unkalkulierbares Risiko. Unterstützt werden die Forscher in ihrer Meinung von Umweltschutzgruppen und Behörden, wie dem "Natural Resources Defense Counsil",  dem "International Fund of Animal Welfare", der "Grupo de los Cien, pro Esteros", der "Union de Grupos Ambientalistas" und schließlich auch Greenpeace Mexico.

Dr. Roger Payne, Meeresbiologe und renommierter Walforscher, der u. a. als erster die Gesänge der Buckelwale beschrieben hat, verfasste eine gemeinsame Erklärung für alle Beteiligten. Sie wurde von mehreren Nobelpreisträgern unterzeichnet. Unter ihnen die Doktoren James Watson, Murray Gell-Man, Mario Molina, Philip Anderson, david Baltimore, Brian Josephon, Roger Guillemin, Sir Andrew Huxley und Sir Aaron Klug so wie weiteren bekannten Wissenschaftlern wie Edward O. Wilson, Sylvia Earle, Paul Ehrlich, Richard Dawkins usw..

"Wir sind überzeugt, daß die Industrialisierung dieses ungestörten Bruthabitats gegen die Prinzipien und Werte von Nationalparks, Biosphären-Reservaten und schließlich dem Gedanken des Weltnaturerbes der UNESCO steht," lautet es in der wissenschaftlichen Erklärung. "An dieser Stelle einen Industriekomplex zu errichten, der die natürliche Ressource Wasser entnimmt und Abwasser zurückpumpt, würde für alle bestehenden Weltnaturerberegionen einen schlimmen Präzedenzfall bedeuten."

Das Komitee des Weltnaturerbes traf sich gerade erst Anfang Juli in Paris. Für das Komitee bedeutet die Deklaration der Wissenschaftler eine weitere Unterstützung in der Absicht, sich mit aller Kraft der drohenden Vernichtung der Lagune San Ignacio entgegenzustellen.

 

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Klares seichtes Wasser in der Baja California - ideale Bedingungen für die Grauwale, um ihre Jungen zur Welt zu bringen.

 

 

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Am Rande eines Verdunstungspools wird Salz auf LKWs verladen.

 

 

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Verdunstungsfläche soweit das Auge reicht. 160 Quadratmeilen will Mitsubishi unter Wasser setzen.