Lobbyisten gegen
Visionen Das
Plankton-Manifest ist ein im wahrsten Sinne des Wortes
fantastisches Buch. Es spielt mit Szenarien und Entwicklungen,
die jedem Science-Fiction-Autor gerecht werden würden – mit
dem feinen Unterschied, dass es auf einer soliden
wissenschaftlichen Grundlage fußt. Axel Limberg, ansonsten
ein Journalist mit Schwerpunkt auf Wirtschafts- und
Gesellschaftsthemen, berichtet sorgfältig und ausführlich,
welche neu entwickelte Zuchttechnologie die Mikroalgen in
ihrer Bedeutung zukünftig auf die Weltbühne heben
könnte.
Limberg stellt aber auch dar,
mit welchen Schwierigkeiten die an diesem Projekt beteiligten
Wissenschaftler bereits kämpfen mussten und an welcher Stelle
in Forschung, Politik und Wirtschaft bewusst und vorsätzlich
gegen die Idee des Plankton-Manifests gearbeitet wird. So
setzen große Energieunternehmen lieber auf
"bewährte" aber eben klimawirksame Formen der
Energiegewinnung, weil diese mehr Gewinn abwerfen. Zudem
profitieren viel zu viele Länder, Konzerne und Unternehmen
von einer Weltwirtschaft, in der finanzielle und
wirtschaftliche Abhängigkeiten bestehen.
Das Projekt läuft Statt
aber die dafür Verantwortlichen nun in die Wüste zu
schicken, sind die beteiligten Wissenschaftler selbst in die
Wüste gegangen. Hier nämlich haben sie – und da sollten
alle übrigen Investoren, Konzerne und diejenigen aufhorchen,
die sich grundsätzlich neuen Ideen verweigern – einen
finanziell potenten Geldgeber und Unterstützer gefunden, der
der marinen Agrarkultur in Form eines gewaltigen
Politprojektes am Roten Meer eine Chance gibt. So fördert
bereits seit mehreren Jahren ein Privatunternehmen im Besitz
saudischer Familien die deutschen Wissenschaftler und ihr
ehrgeiziges Vorhaben.
Inwieweit nun in den kleinen
pflanzlichen Zellen das Potenzial dafür liegt, Klima,
Weltwirtschaft sowie Hunger und Armut in Afrika zu
beeinflussen, wird sich zeigen. Zumindest liegt in dem Buch
"Das Plankton Manifest" das Potenzial, Neues und
Ungewohntes zu denken und wieder Visionen zu haben, die dabei
helfen, globale Probleme anzugehen. Und für alle
Berufsskeptiker hält Autor Limberg am Schluss seines Buches
einen Satz zum Nachdenken bereit: "Wer nicht an die
Machbarkeit der Ideen in diesem Manifest glaubt, soll
erklären, warum es möglicher sein soll, Menschen auf den
Mond zu schicken".
|