Kein Fisch mehr im Meer
Form und Farbe von Fischstäbchen lassen den durchschnittlichen Landbewohner leicht vergessen, dass er gerade ein Stück Meeresgetier verspeist. Der Genuss von Thunfisch-Steaks an fast jedem Ort der Welt ist für ihn ebenso selbstverständlich wie ein vielfältiges Angebot auch exotischster Meeresfische. Doch mit der Vielfalt ist bald Schluss – und gemeint ist hier nicht die Vielfalt auf dem Teller, sondern die Vielfalt des Lebens in den Ozeanen unseres Planeten.  

Es überrascht, wenn einmal nicht Meeresschützer oder Meeresbiologen einen Appell an das Umweltbewusstsein der Verbraucher richten. Neun Autoren aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft veranschaulichen eindringlich, wie dramatisch es um das gesamte Leben in unseren Meeren bestellt ist und in Kürze bestellt sein wird, wenn wir auch in diesem Bereich unser Konsumverhalten nicht drastisch ändern. 

Profit und Welternährung – das sind die treibenden Kräfte, die uns Menschen die Ozeane fast rücksichtslos ausbeuten lassen. Wie wir dahin gekommen sind, welchen Status das marine Leben hat und was dem Ökosystem Meer – und damit auch uns – schon in naher Zukunft droht, illustriert das Buch "Meer ohne Fische?". Ein Buch, das vor allem Entscheider in Wirtschaft und Politik auf dem Tisch haben sollten. Es ermöglicht eine sachliche Debatte und verhindert, dass persönliches wie auch gesellschaftliches Engagement für die Meere als Ökoromantik oder haltlose Tierschutz-Propaganda abgetan wird. 

"Meer ohne Fische?" ist aber auch eine informative und wichtige Lektüre für jeden, der Sushi & Co. auf dem Speiseplan hat. Nachdenklichkeit ist nämlich der erste Schritt auf dem Weg zur Nachhaltigkeit im eigenen  Konsumverhalten.

Meer ohne Fische
Profit und Welternährung

Peter Cornelius Mayer-Tasch (Hrsg.)
Campus Verlag
ISBN 978-3-593-38350-7, Preis € 19,90

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Die Meere der Erde – Sinnbild für unermesslichen Lebensreichtum, stehen am Rande ihrer Erschöpfung. Drei Viertel aller Bestände kommerziell genutzter Meeresfische und - früchte sind stark oder schon bis an den Rand ihrer Vernichtung ausgebeutet. GEO hat Teams in drei Erdteile entsandt, um herauszufinden, weshalb sich Fischereiwirtschaft und politisch Verantwortliche sich nur so schwer zu Gegenmaßnahmen durchringen können.