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Glücklicherweise
ändert sich das mit Beginn des ersten Kapitels. Hier übernimmt –
formal – Cousteau selbst das Ruder und berichtet aus seiner
Sichtweise von knapp neun Jahrzehnten eines sehr bewegten und
abwechslungsreichen Lebens. Für den Leser ist es eine bunte
und spannende Reise, in der er nicht nur zahlreiche Geschichten vom
Meeresforscher Cousteau, sondern auch vom Marinekapitän,
Résistance-Mitglied, Umweltaktivisten und politisch interessierten
Menschen Cousteau erfährt.
Zeitweise erinnern
die Erzählungen an die Figur Thomas Lieven, den Bankier, der in Simmels Roman
"Es muss nicht immer Kaviar sein" als Protagonist ein
wildes Agenten-Leben im Europa zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges
führt. Cousteau wechselt dabei zwischen sehr plastischen Berichten
über zum Teil lebensgefährliche Erlebnisse unter Wasser (bei denen
im Laufe der Jahre auch mehr als ein Kamerad und Freund den Tod
findet) und engagierten Plädoyers für das Ausleben des Entdecker-
und Forscherdrangs im Menschen sowie den persönlichen Einsatz für
Umwelt und Natur. Waren Cousteaus anfängliche Pioniertaten unter
Wasser noch draufgängerisch und tollkühn, wandelt sich der
Forscher mit der grenzenlosen Neugier zu einem verantwortungsvollen
Expeditionsleiter, der die Gefahren der Tiefe für sich und seine
Mitarbeiter erkennen und respektieren lernt.
Jacques Cousteau
war ein Forscher, wie er im Buche steht. Seine
Leidenschaft und Begeisterung für das Neue und Unentdeckte finden
auf fast jeder Seite des Buches ihren Ausdruck. Nicht nur Anhänger
von Cousteaus zahlreichen vorangegangenen Büchern und Filmen halten
mit "Der Mensch, die Orchidee und der Oktopus" eine
spannende und lesenswerte Biografie in Händen. Diese lebt von der
Authentizität der Worte eines Mannes, der in ein einziges Leben das
gepackt hat, für das bei vielen anderen nicht zehn Leben ausgereicht
hätten.
Verlagstext:
Der Mensch, die Orchidee und der
Oktopus Mein Leben für die Erforschung und
Bewahrung unserer Umwelt
Eine ganze Generation von Fernsehzuschauern ist mit Jacques
Cousteaus Fernsehserie »Geheimnisse des Meeres« aufgewachsen. In
den letzten Jahren seines Lebens schrieb der Meeresforscher sein
persönliches und umweltpolitisches Vermächtnis. Nun ist es –
endlich! – erschienen.
Noch einmal nimmt Cousteau uns mit auf Expeditionen mit der »Calypso«
und auf Tauchgänge in unbekannte Tiefen. Wir erleben mit ihm gefährliche
Situationen unter Wasser – die nichts gelten angesichts der
Faszination, welche die Schönheit der Natur auf Cousteau ausübt.
Doch sein Buch ist auch ein umweltpolitisches Plädoyer: Er kämpfte
gegen die Versenkung von Atommüll im Mittelmeer und erreichte, dass
die Antarktis zu einer Schutzzone erklärt wurde. Noch Mitte der
neunziger Jahre kritisierte er Präsident Chirac für die Atomtests
im Südpazifik. Cousteaus Buch ist eine wunderbare Feier des
bedrohten Lebens auf der Erde und ein eindringlicher Aufruf zu
dessen Rettung, ob im Wasser oder an Land, ob Mensch, Oktopus oder
Orchidee.
Der
Mensch, die Orchidee und der Oktopus Mein
Leben für die Erforschung und Bewahrung unserer Umwelt Jacques
Cousteau & Susan Schiefelbein Campus
Verlag ISBN 978-3-593-38564-8, Preis € 24,90 |
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